Wegen seines hohen Gewichts wurde das wassergekühlte Maschinengewehr 08 im Jahre 1915 zur Grabenkampftauglichkeit modifiziert und wurde so zum allseits bekannten 08/15, welches sich im ersten Weltkrieg mit rund 130'000 produzierten Exemplaren zum Standardmaschinengewehr mauserte. So wurde es zum Synonym für etwas Gewöhnliches. Genau auf die gleiche Art wie dieses Gewehr ballert Galskap drauflos - Nämlich ziemlich normal.

Galskap sind allerdings mit ihrem Schwarzmetall der alten Schule weder so präzise noch so schnell wie das Gewehr. Insbesondere das Klanggewand, in das sie ihren "Erstschlag" gehüllt haben, ist jenseits von Gut und Böse. Nicht, dass ich etwas gegen raue Produktionen hätte – im Gegenteil – aber wenn fast alle Instrumente in einem Soundbrei versinken und obendrauf das Schlagwerk viel zu dumpf klopft, hört es auf mit der Räudigkeit. Bedenkt man jedoch, dass sich der Trupp erst vor etwas mehr als einem Jahr formierte, sind doch einige recht stimmungsvolle Kompositionen entstanden. So dürften die melancholischen Klänge von "Zeugnis des Mondes" oder "Häutung" in etwas differenzierterem Sound durchaus gefallen finden, wenngleich die meisten Stücke zu einfach und schlicht langweilig gestrickt sind. Insbesondere von Seiten der Trommeln kommt statt Abwechslung nur monotones Geklopfe. Auch werden die stellenweise zwar atmosphärischen und gelungenen Gitarrenteile bis zum Erbrechen wiederholt. Einzig der Gesang mag mich durch seine krank-psychedelische Färbung zu einem positiveren Adjektiv als "normal" bewegen, vielleicht könnte man diese hysterischen Teile ja noch etwas ausbauen...

Aus einem anderen "Krieg" als das zu Beginn erwähnte Maschinengewehr stammt das Intro des auf 100 Stück limitierten Demotapes. Es handelt sich dabei um einen Ausschnitt aus der Horror-Komödie "Armee der Finsternis". Leider verläuft der Übergang zum ersten Song etwas ruppig, ansonsten halte ich den Ausschnitt in dem gesagt wird "Wir brauchen mehr Männer!" für passend: Mehr Männer hätten sicher schon geholfen, insbesondere ein brauchbarer Mann hinter dem Mischpult.

Nun kann man bei einem ersten Demo die Band nicht gleich zum Fallbeil schicken und da einige Stellen – besonders dort, wo sich eine gemächlich melancholische Atmosphäre einschleicht – durchaus Hoffnung für die Zukunft aufzeigen, werde ich die Bremer noch nicht ganz abschreiben. Für mehr als das Prädikat "08/15" reicht es jetzt aber noch nicht, da ändert auch das ansehnliche Titelbild nichts dran.

Albuminfo

Punkte

 

2/5

Label

Eigenproduktion

Veröffentlichung

1/2005

Format

CD

Land

Genre

Black Metal