"The Unreal Never Lived" ist die bereits vierte Langspielplatte der Schwerarbeiter aus Oregon und lädt uns auf ihre hypnotische Abbruchbaustelle ein. Auch das aktuelle Album ist schwer, verdammt schwer - der Lärm-Bagger, eine gewichtigere Ausführung der Marke Sleep oder Electric Wizzard bahnt sich den Weg frei zum Gehör. Der YOB-Bagger zieht gemächlich an einem Stahlseil die Abrissbirne in die Höhe und bringt diese langsam in Schwingung, bis das Pendel langsam aber hart auf das Trommelfell einhämmert.

So in etwa könnte man die aktuelle Langrille von YOB beschreiben: Solides Handwerk, extrem schwer, aggressiv und monoton. Trotz den typischen Drehungen und Wendungen nicht sonderlich spektakulär. Dies trifft auch genau auf die ersten drei Nummern der Laserscheibe zu. Umso erstaunter war ich, als der abschliessende 20-Minüter in eine doch recht andere Richtung einschlägt. Zwischen den eingeschlagenen Trümmern entwickelt sich auf einmal eine mystisch-apokalyptische Atmosphäre, die mich an das aktuelle Werk von Neurosis erinnert. Vermehrt entweichen seltsam anmutende, aber doch recht filigrane Samples aus den Schutt- und Staubhaufen. Dieses Lied alleine ist bei weitem abwechslungsreicher als die drei davor zusammen! Aber keine Angst, denn auch wirklich jede dieser 1283 Sekunden ist schwer und extrem zähflüssig. Mehr davon!

Hätte man über die gesamte Spielzeit eine solch tolle Atmosphäre produziert, wäre dieses Album der Hammer geworden, so bleibt schlussendlich nur ein gutes Album übrig. Anhänger schwerer Klänge, die nichts gegen Wüstenrock Einflüsse haben und YOBianer dürfen bedenkenlos zugreifen.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Metal Blade Records

Veröffentlichung

8/2005

Format

CD

Land

Genre

Doom Metal