Die Spuren der Geburtsstunde des Viking Metals lassen sich bis ins Jahr 1987 zurückverfolgen, als in diesem Zeitmass Thomas "Quorthon" Forsberg unter dem Banner Bathory das Werk "Blood Fire Death" veröffentlichte, vermöge welchem er wohl selbst nicht einmal im Entferntesten erahnte, welch einen Trend er damit zahlreiche Jahre später auslösen sollte. Denn was einst als kleine, eigenständige Nische begann, expandierte solchermassen, dass hernach längst nicht mehr alles Gold ist, was glänzt. Eine Ausnahme stellten allerdings bislang die beliebten, 1996 in St. Petersburg gegründeten, Nomans Land dar, welche mit ihrer überaus gelungenen Mischung aus Viking sowie Folk Metal aufhorchen liessen und alsbald vermöge ihrer majestätischen Hymnen und wahrhaft anmutigen Melodien zu einem unwiderlegbaren Insider-Tipp im Bereich des Pagan Genres avancierten. Bislang…

Zwar offerieren die Russen auf ihrem dritten Langeisen "Raven Flight" nach wie vor von Folk-Arrangements durchzeichneten Viking Metal, jedoch erscheint jener längst nicht mehr dermassen unverbraucht und unverwechselbar, wie es noch auf dem starken Vorgängerwerk "Hammerfrost" fraglos der Fall war. Überhaupt scheint das Trio nun mehr auf den Fährten des Black Metal zu wandern. Agierten die Senkrechter seither ausschliesslich im Midtempo-Bereich, so haben sie anno 2006 nicht nur das Tempo beachtlich spürbarer angezogen als auch Doublebass-Passagen wesentlich mehr Platz gewährt, sondern ebenso ordentlich an Aggressivität zugelegt. Seinesgleichen ist mit dem Wechsel am Gesangsposten eine drastische Reduzierung der überlegenen heroischen Klargesänge und Chöre einhergegangen. Stattdessen dominieren gegenwärtig hauptsächlich erbittert untermalte Growls und Screamvokalisierungen den Verlauf der Nordkriegerstücke, deren Etappen mitunter gar schwungvoll sowie stellenweise unerwartet schmissig ausgeartet sind und weniger Abwechslung offenbaren. Und dennoch mussten trotz dieser Weiterentwicklung erfreulicherweise nicht sämtliche typischen Merkmale den neuen Elementen weichen, denn noch fortgesetzt strahlen die Lieder eine erhabene Atmosphäre aus, welche mit vereinnahmend melodischen, höchst eingängigen und detailliert verklärenden Riffs als auch liebreizenden Solis besticht und beweist, dass die Nomans Länder ihr feines Gespür keineswegs verloren haben wie auch beständig Bilder voller Dramatik, Kraft und Pathos gestalten können, ohne je in Klischees abzudriften.

Alles in allem kann "Raven Flight" nicht mit den beiden Vorgängersilberlingen mithalten, wenngleich einige durchaus schöne Augenblicke zum Vorschein kommen und dieses Werk freilich kein schlechtes ist. Mit den Meilensteinen "The Last Son of the Fjord" als auch "Hammerfrost" haben sich Sigurd und seine Mannen ihre Messlatte jedoch drohend hoch gesetzt. Denn sowohl das eindrucksvolle Debütalbum als auch dessen Nachfolger wussten dank ihrer berstenden und unerschütterlichen Eigenwilligkeit von der ersten bis zur letzten Minute unaufhaltsam zu begeistern. Fest steht jedenfalls, dass die Jungs etliche neue Fans dazu gewinnen dürften...

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Einheit Produktionen

Veröffentlichung

1/2007

Format

CD

Land

Genre

Pagan Metal