Dass es sich bei Non Opus Dei nicht um ein Werk Gottes handelt, kann ich nach Inohrenscheinnahme des inzwischen vierten Langeisens der polnischen Schwarzmetaller voll und ganz bestätigen. Vielmehr hantieren die vier Krachmacher mit spiritueller schwarzer Mythologie, was sich in Form des Silberlings "The Quintessence" einmal mehr in bedrückendster Manier manifestiert und dem neugierigen Konsumenten die umwegreiche Reise in das Herz der Hölle eröffnet.

Typisch für Non Opus Dei ist die sehr dezente Art, sich zum diabolischen Black Metal zu bekennen. Ohne unter Zuhilfenahme von Corpsepaint und Pentagrammen mit Zaunpfählen nur so um sich zu schlagen, hat man sich ein scheinbar tiefgründiges Konzept erarbeitet, aus dessen Umsetzung eine absolut individuelle musikalische Huldigung des Gehörnten resultiert. Ohne gängige Klischees zu bedienen macht man sich ans Werk und kreiert dreizehn facettenreiche Kompositionen, die zwar nicht an Überlänge leiden, sich aber durch Variation, Idee und gewaltig Pfeffer auszeichnen. So gelingt es der überragend ausgefallenen Produktion, die einzelnen Instrumente gesondert voneinander hervorzuheben und auch den schleppenden Parts eine grosse Portion Druck zu injizieren. Nicht ein Hauch von technischer Unzulänglichkeit ist wahrzunehmen, man spielt grandios mit Tempowechseln, Instrumentaleinlagen und gesampelten Effekten und scheut sich auch nicht, Elemente anderer metallischer Stilarten einzubringen. Weiterhin fällt auf, dass man sich nicht ausschliesslich der polnischen Sprache bedient, sondern auch Ausflüge in englische und deutsche Gefilde unternimmt, was ein weiterer Hinweis auf die Vielseitigkeit des Polenvierers ist. Leider fehlt mir jegliches albumbezogene Infomaterial seitens der Plattenfirma, was mir eine weitere Interpretation von "The Quintessence" verwährt und mich weiter im schwarzen Non Opus Dei-Tümpel schwimmen und tauchen lässt.

Zusammengefasst lässt sich "The Quintessence" nur mit 'sehr gut' bewerten, alles andere wäre Quatsch. Manch eingefleischter Black Metal-Jünger mag die arge Verspieltheit kritisieren, ein anderer die zeitlich zumeist knapp bemessenen Lieder, ich erachte das Album aber als eine der stärkeren Veröffentlichungen von Pagan Records und ein statuiertes Exempel modernen Schwarzmetalls.

Albuminfo

Punkte

 

4/5

Label

Pagan Records

Veröffentlichung

1/2007

Format

CD

Land

Genre

Black Metal