"Kennst du Philippe Pagès?" fragte der geduldige Herr im schwarzen Umhang. Der Blick seines Gegenübers in Richtung Boden verriet dessen Ignoranz. "Er hat sich später in Richard Clayderman umbenannt." Jetzt dämmerte es. Doch was wollte der bedächtige Erdenbürger ihm damit ausdrücken? Was hatte das ganze mit dem Debüt von Dead in the Water zu tun?

Hätte der grossartige Pianist sich in die schleppenden Regionen des Doom Metal hervorgewagt, so wäre es jedem Ignoranten klar geworden, wo der Zusammenhang liegt. Die Harmonie, die in die schwermütigen Stücken von Dead in the Water eingewoben ist, erinnert deutlich an die Dynamiken von Clayderman. Selbst die kurzen Klavierpassagen können vom Grossmeister selber stammen. Ansonsten gibt sich Dead in the Water jedoch ein grosses Stück schleppender. Die Hardcore-Wurzeln des Quintetts sind beinahe vollständig ausgemerzt. Einzig die kreischenden Lyrics lassen die Herkunft tief versteckt erahnen, sie erinnern mittlerweile allerdings mehr an schwarzstählerne Exzesse. Ständig wälzt sich der Tieftöner im Hintergrund, währenddem sich die Gitarren nur von Zeit zu Zeit über den obligaten Groove hinauswagen. Wiederholungen werden zum Stilmittel und machen sich dabei nicht schlecht, zumal sich immer wieder wohlige Melodien bemerkbar machen. Höhepunkte ergeben sich immer dann, wenn die Wiederholungsmauern durchbrochen werden und die Dramaturgie eine Wende nimmt. Dies geschieht meistens in Form von Tempovariationen (von langsam zu sehr langsam) oder durch laut-leise Dynamiken. So finden sich auf "Echoes… in the ruins" sechs mehr als nur solide Stücke, die sich stolz zeigen lassen können.

Vielleicht muss man Philippe Pagès nicht unbedingt kennen. Gleiches gilt für Dead in the Water. Wenn man sie aber hört, fühlt man sich sogleich zu Hause: Es passiert nichts erschreckend Neuartiges, dafür darf man sich im gewohnten Gebiet gemütlich einrichten.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Firedoom Music

Veröffentlichung

6/2007

Format

CD

Land

Genre

Doom Metal