Chaotic Black Metal - was soll man sich darunter vorstellen? Das Label (wahlweise die Musiker selbst) erfand(en) mal wieder eine klasse Stilbezeichnung, die sich allerdings auch im weiteren Sinne als Progressive Black Metal beschreiben lässt. Doch diese Unwichtigkeit fällt bei den Weissrussen "Infestum" direkt mal unter den Tisch!

Wie gesagt: Progressiv trifft hier nur im weiteren Sinne zu: Die Stücke sind zwar mit vielen Tempiwechseln, verschiedenen Riffs und anderen Finessen versehen, jedoch nie so wahnsinnig ausladend. Die ganze Chose ist eingängig und tiefgründig zugleich: Eine sehr gute Mischung, die da aus der Anlage tönt! Die Stimme von Sänger Ion the Saint klingt jedoch ein wenig gewöhnungsbedürftig, ist sie doch sehr stark verzerrt. Andererseits trägt dies zum individuellen Stil der Band bei! Wenn man schon dabei ist: Die Texte sind grösstenteils auf russisch und beinhalten nicht in jedem Satz dreimal das Wort "Satan". Die weissrussischen Sängerknaben lassen neben den Keyboards (welche allerdings nie wirklich dominant sind) auch noch Elemente aus dem Electro einfliessen - so zum Beispiel gerne mal ein E-Drum. Dies verleiht den jeweiligen Titeln einen leichten Hauch von EBM - der Black Metal steht jedoch immer im Vordergrund. Eine Ausnahme gibt es doch: "Dark Passage" ist ein reines Instrumental. "Infestum" bewegen sich zum grössten Teil in schnelleren Gewässern, die Riffs sind astrein und es befindet sich kein Ausfall auf dem Silberling. Soweit erstmal alles schnieke! Mir persönlich sagen ebenfalls die öfters auftauchenden, kurzen Chorpassagen zu, sie erzeugen eine fast sakrale Stimmung.

Grund zum Meckern gibt es trotzdem: Es will sich nicht so recht eine geniale Atmosphäre aufbauen, so ganz vermag "Ta Natas" nicht den Hörer die Welt um sich herum vergessen lassen. Dazu klingt einfach alles zu kopflastig und nicht "spontan" genug. Ausserdem wird die Stimme auch nicht jedem gefallen - gewöhnungsbedürftig eben.

Zählen wir also mal zusammen: "Ta Natas" ist ein sehr gutes, überzeugendes Album, allerdings mit leichten Mängeln. Einigen wird es zu durchdacht und somit auch schwer zugänglich sein, andere werden genau dies schätzen. Der imaginäre Trueness-Kodex greift hier auch nicht wirklich. Ist einfach ein Album, dass man lange hören kann, ohne, dass es langweilt. So muss es sein - nicht flach! Eine kleine progressive Perle, die es zu erfahren lohnt! Übrigens befindet sich auf der Scheibe das Video zum Titelstück, welches für BM-Verhältnisse recht professionell wirkt.

Albuminfo

Punkte

 

4/5

Label

Blood Fire Death Productions

Veröffentlichung

10/2007

Format

CD

Land

Genre

Black Metal