Auf in die zweite Runde! Lyfthrasyr veröffentlichen am 30. November 2007 den Nachfolger zu "The Final Resurrection" (eingetütet im Studio Fredman) dann auch auf normalem Wege, es ist sonst bereits seit Oktober auf den Konzerten erhältlich. Ich hatte das Glück, die Band schonmal 2006 live zu sehen. Schon da war ich vom Debüt begeistert und fragte mich, ob die Karlsruher Burschen das sehr gute Niveau halten können.

Kommen wir erstmal zum allgemeinen Teil: "Lyfthrasyr" klingen grob gesagt in Richtung neuerer "Dimmu Borgir", ohne allerdings so einen aufgeblähten Klangkörper zu besitzen. Es gibt zwar Keyboardeinsatz, allerdings nicht im Orchesterstil. Es wirkt eher unterstützend im Hintergrund oder aber an atmosphärischen Stellen, oft in Verbindung mit geflüstertem Text. Diese fügen sich einfach nur genial in die Stücke ein, sorgen für ein ständiges Wechselspiel über die gesamte Spieldauer und geben dem Album die richtige Würze! Womit wir auch beim Gesang wären, der die grösste Veränderung erfahren hat: Hier schlägt ein gewaltiger Death Metal-Einfluss durch, dies war auf dem Vorgänger defintiv nicht der Fall. Allgemein ist das Album einen ganzen Zacken schneller, aggressiver und wuchtiger ausgefallen, was teilweise leider zu Lasten der wunderschönen, früher zuhauf vorhandenen Melodien geht. Ebenso fehlt ein reines Klavierzwischenspiel, was auf dem Debüt wirklich erstklassig war. Ein Schlachtplatte servieren die Schwaben allerdings nicht. Das Schlagzeug ist am hervorstechendsten - ein selten fetter Klang! Dies kann sich die Gruppe von daher leisten, da der Trommelbub wahrlich allererster Güteklasse ist! Das Label sprach von "halsbrecherischem Drumming" und dies ist ausnahmswise mal nicht übertrieben. Auch die Gitarrenfront sägt sich sich astrein durchs Unterholz, hier kann ich nichts dran aussetzen. Ich habe mir die CD innerhalb von 2 Tagen ca. 8 - 9 mal im Volldurchlauf gegeben, welches ich wirklich selten tue. Dies spricht für die Abwechslung die geboten wird.

Um das Album zusammen zufassen: Wesentlich heftiger als der Vorgänger, nicht mehr so wahnsinnig melodiös und allgemein sehr modern - Darkthrone-Puristen werden hier wohl auf dem Absatz kehrt machen. Trotzdem bin ich von diesem Album mehr als positiv überrascht. "The Recent Foresight" wird defintiv nicht das letzte Lebenszeichen aus dem Hause "Lyfthrasyr" sein! Ein verdienter 11-Punkte-Kandidat oder in Worten ausgedrückt: "Sehr gutes, auf ganzer Linie überzeugendes Album".

Albuminfo

Punkte

 

4/5

Label

Twilight

Veröffentlichung

10/2007

Format

CD

Land

Genre

Black Metal