Wer gerne etwas mehr Melodie im Black Death Metal-Tee schmecken möchte, der war mit Nordafrost schon bei ihrem Erstling "North Arise" sehr gut bedient und darf auch das Nachfolgewerk "Back To The Shores Of Grey" vorbehaltlos erstehen, da man sich in Sachen Songwriting nicht zurück - sondern noch weiter in die richtige Richtung entwickelt hat.
Ungefährlicher, unsatanischer und unheidnischer Schwarzmetall steht beim zweiten Langspieler auf der Tagesordnung, verquirlt mit viel Todesblei und einem reichlichen Schuss Thrash - was soll da noch schiefgehen?
Nicht viel, denn ab dem ersten Ton legen die vier Hagener los wie die Feuerwehr und überfluten die Hörerschaft mit Qualität.
Sprunghaft, wandelbar, agil und anpassungsfähig gleiten die Gitarrenläufe aus den Boxen und künden von in ausreichendem Masse vorhandenem Kompositionstalent - es ist schliesslich nicht immer unproblematisch, seinen Riffs ein eigenes Gesicht zu verleihen und die Tonleitern auf eigenen Beinen herunterzuspielen.
Dies funktioniert bei Nordafrost jedenfalls bestens, wenngleich die Truppe natürlich auch nur mit Wasser kocht und keine allzu unbekannten Karnickel aus dem spröden Zylinder zaubert.
Gut zur tempovariablen Musik passt der schattengleiche Krächzgesang, dem es lediglich an Vielschichtigkeit mangelt - grundsätzlich hätte er aber nicht viel anders hätte bewerkstelligt werden dürfen, um sich der schwermetallischen Klangmixtur anzugleichen.
Getragen von diesen genreüblichen Stützpfeilern marschieren Nordafrost durch neun prunkvolle Klangbauten, die von einer zufriedenstellenden Produktion errichtet worden sind und in dieser Hinsicht zwar den Teufel im Detail verborgen lassen, dem Hörer aber eine erhabene Fassade vor Augen führen.
"Back To The Shores Of Grey" darf also angetestet werden - es drohen keine unangenehmen Überraschungen.

Albuminfo

Punkte

 

4/5

Label

Heavy Horses Records

Veröffentlichung

6/2008

Format

CD

Land

Genre

Black Metal