Zwei Probleme lassen sich oft bei One Man Shows ausmachen: Entweder tönt jedes Stück gleich, weil es im Kompositionsprozess schlicht an verschiedenen Meinungen fehlt. Oder jedes Stück ist anders als alle anderen, damit die Kritiker nur nicht von mangelnder Vielfältigkeit reden.

Dødkvlt fallen definitiv in die zweite Kategorie. Kann man bei vielen Bands schnell eine bis drei Einflussbands nennen, sind es bei Dødkvlt problemlos zehn. Kleines Beispiel gefällig?
  • Children Of A Faileed God: Shining
  • Soul Devourer: Sodom und Dimmu Borgir
  • Kun Kuolema Meidät Korjaa... Saatana Meidät Ottaa: Dark Funeral
  • Verenhimo: Cradle of Filth (ohne Keyboards)
  • Of Deep And Dark Waters: Sentenced
  • Taste My Sweet Revenge: Amorphis, wieder Shining
Die Liste liesse sich noch eine ganze Weile fortsetzen, da wären noch Emperor, Satyricon, Dark Fortress und viele andere. Daher dürfte "II" daher wohl jeden irgendwie ansprechen. Im dauernden Grenzbereich zwischen langsam-groovig, rasend-chaotisch, melodisch, thrashig ist "II" zwar ein durchweg gutes Album, aber trotzdem, oder genau deswegen kann man sich kaum auf irgendwas einstellen.

Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen, die Spielzeit ist mit 72 Minuten ja auch am CD-Limit. In der gleichen Session hat Lord Theynian dann nämlich auch gleich noch seinen Teil an der Split-CD mit Goats Of Doom eingespielt, ebenfalls noch einmal 30 Minuten Musik (Rezension folgt).

Gegen Ende von "II" dominieren übrigens die melodischen und eher langsamen/groovigen Stücke, was das Ganze etwas zur Ruhe kommen lässt und auch nicht verkehrt ist. Der Mann hat nämlich ein gutes Händchen für simples, aber effektives Gitarrenspiel. Und so überwiegen bei "II" eindeutig die positiven Momente, weil die Songs für sich genommen einfach stark sind. Über den andauernden Stilwechsel muss man halt hinwegsehen. Es lohnt sich aber, hier die Scheuklappen abzulegen.

Albuminfo

Punkte

 

4/5

Label

Ewiges Eis Records

Veröffentlichung

9/2011

Format

CD

Land

Genre

Black Metal