Die französischen Pagan/Black Metaller Himinbjorg haben letztes Jahr ihr siebtes Langspielalbum veröffentlicht, das auf den Namen "Wyrd" getauft wurde und mit dem Anrufen des Geistes der Väter, des Wassers und der Erde recht packend eröffnet wird. Danach stützen sich Bandgründer Zahaah und seine Mannen in ihr schwarz eingefasstes Heidenuniversum, das sich durch vielgestaltige Stimmungsbilder auszeichnet. Auch wenn die ersten drei Lieder von kämpferischen und energiegeladenem Geist getrieben sind, Himinbjorg lassen es sich dabei nicht nehmen, "The World of Men Without Virtue" mit träumerischer Melancholie ausklingen zu lassen, die einfach nur das Herz wärmt. Solche beinahe lyrischen Momente halten Himinbjorg immer wieder bereit, vor allem dann, wenn die volkstümlichen Instrumente (Dudelsack und Flöte) mit Mass und Ziel zum Einsatz kommen. Mit "The Mirror of Suffering" verdunkelt sich die Atmosphäre dann zunehmend und "The Shamanic Whisper" zieht durch hypnotisierende Drums, sich wiederholende Akkorde und anziehend rauen Gesang in mystische Tiefen. Die Atmosphäre könnte nicht dichter sein. Das Instrumental "Another Shore" bricht dann unerwartet und drastisch die Stimmung und dreht "Wyrd" mit weicher (und seichter) Melodik in eine komplett andere Richtung. Für mich blutet das Album damit ein gutes Stück aus und verliert deutlich von seiner Kraft. Daran ändert auch "The Eternal Light" nichts mehr, das mit harschem Gesang und schweren Akkorden noch einmal Gegenstücke zur Leichtigkeit setzt.

Fazit: "Wyrd" besticht durch die Individualität seiner Lieder. Einem jeden ist eigene Gemütslage zugeordnet und gemeinsam tragen sie durch eine Geschichte, die allerdings durch die beiden letzten Lieder einiges ihrer Intensität einbüsst.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

European Tribes

Veröffentlichung

4/2016

Format

CD

Land

Genre

Black Metal