So kurz wie heute halte ich mich selten, doch es gibt leider nicht viel zu sagen.
Die Thüringer beherrschen ihre Instrumente und zeigen in regelmässigen Abständen, was wundervolle Licks, Tappings etc. aus einem durchschnittlichen Metalcore-Riff machen können. Das Problem ist aber genau darin begründet. Bis auf diese spielfreudigen Momente hört man nichts, das man nicht schon kennt und obendrein einen besseren Sound besass. Denn die schwammig drucklose Produktion erzeugt nicht mal ein schönes "Kellerband"-Gefühl beim Hören. Positiv anzumerken ist jedoch, dass neben den szenebezogenen Texten gleichfalls sozialkritisches vorhanden ist.

Will auch keiner Band vorschreiben, wie sie Musik machen soll, doch das Titelstück mit seiner hektischen Art und dem rumpelnden Schlagwerk passt meines Empfindens nach so gar nicht in ihr Repertoire, wenngleich es sich dadurch natürlich vom Rest abhebt. Das sich abheben aber auch gut geht, beweist "From Disco To Mosh", der durch unverzerrte Gitarrenanteile besticht und eingängiger ist als die Übrigen.

Fazit: In diesen Jungs steckt reichlich Talent - und daher in mir Hoffnung. Würden sie mehr Wert auf ihre Virtuosität an den Gitarren legen als darauf, massenkompatiblen Metalcore (2/3 Schwedentod + 1/3, aufgeteilt in Text und Musik, Hardcoredrumherum) zu fabrizieren, könnten sie mit etwas Glück und Zeit zu den grossen Einzigartigen oder zumindest zu den durch spielerische Finesse Herausragenden gezählt werden. Doch so wie sie es bis jetzt machen, bleiben sie im Sumpf der Durchschnittlichkeit und technisch aufgewerteten Wiederholbarkeit gefangen.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Eigenproduktion

Veröffentlichung

6/2010

Format

CD

Land

Genre

Metalcore