Epische Bratschen, Celli, Violinen und eine Donald Duck-Stimme treffen auf florierende Tastenklänge - ist das ein schlechtes "Omen"?

Auf jeden Fall. Ein Album, das sich schon nach ein paar Sekunden der Einleitung auf minus zehn Punkte in schlimme Kellertiefen katapultiert, hat einen wahrlich schweren Stand. Hauptsorgenkinder sind dabei das langweilige Trommelwerk, das drucklos aus den Boxen pfeffert, die lasche Kompositionsdynamik und schliesslich aber sicherlich der bereits erwähnte Donald Duck, der jeglichen Versuch der Truppe, bei mir zu punkten, zu Asche werden lässt.

Dabei sind Ahnengrab rein sachlich betrachtet redlich bemüht, nicht im Einheitssumpf des Paganbreis zu versinken. Die Texte sind zwar nicht besonders originell, umschiffen den rosaroten Küstenstreifen jedoch. Das Albumzierbild wirkt zumindest farblich ganz ansprechend und ist technisch gut gezeichnet. Darüber hinaus sind die Ostdeutschen in nüchterner Spieltechnik ganz gewandt. Gekonnte Gitarrensoli, Akustiksequenzen und Wechsel in verträumt hymnische Episoden zeugen von Innovation. Die Streicherklänge sind sogar richtige Extraklasse und sowohl kompositorisch als auch spieltechnisch über alle Zweifel erhaben. Das Risiko einzugehen, dass einem die guten Streicher in den Schatten stellen, beweist zumindest Mut - vielleicht auch ein wenig Hybris.
Sobald sich Herr Duck jedoch auch noch in geräuschlosem Grunzen versucht oder gar sauber "singt", endet der Spass endgültig. Für den Herren hinter dem Mikrophon bleibt schlicht zu hoffen, dass die Produktion die Hauptschuld trägt. In Anbetracht der ansonsten brauchbaren Klangqualität wäre dies hingegen als ausserordentliches Pech zu werten.

Auch wenn musikalisch nicht alles falsch gemacht wird, gibt es trotzdem mindestens zwei Truppen aus Frankfurt/Oder, die deutlich angenehmer anzuhören sind und erst noch im gleichen Genre hantieren. An Riger und Minas Morgul kommt Ahnengrab also bei weitem nicht heran, aber bei minus zehn zu beginnen und sich dank der technischen Fertigkeit auf fünf Punkte zu retten ist gar nicht mal schlecht.

Albuminfo

Punkte

 

2/5

Label

Einheit

Veröffentlichung

8/2012

Format

CD

Land

Genre

Pagan Metal